Ziegen hüten in Marseille

mein FÖJ in Frankreich

Archiv für August, 2010

2.Woche

Calanque, couper les ongles und Ziegenflucht
Am vergangenen Sonntag hatte ich meinen ersten freien Tag und habe ihn auch gleich genutzt, um mit den anderen FÖJlern aus Marseille (Amelie und Tobias) einen Tagesausflug zu einer Calanque zu machen. Nach der Wanderung durch ein unglaublich schönes Naturschutzgebiet wurde der ca. 45-minütige Fußmarsch mit diesem Ausblick belohnt:


Herrlich, oder? 🙂
Doch an eine Abkühlung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken – vorher mussten wir noch ein gefühlt 80%-iges Gefälle ohne wirkliche Befestigung hinter uns lassen (was mit schon lange vorher zerrissenem H&M-Flip-Flop kein wirkliches Vergnügen war). Doch auch diese Mühen waren nicht umsonst:

Diesen schönen Tag ließen wir in der Wohnung von Amelie und Tobi mit einem leckeren Essen (Danke noch einmal ;)) ausklingen. Der letzte Zug brachte mich mit einiger Verspätung gegen 00:30Uhr zur Farm zurück, wo ich 20 Minuten brauchte, bis das Tor sich wieder hinter mir schloss – am nächsten Morgen ging es übrigens wie gewohnt um 6 wieder zum Melken 😉
Die weiteren Tage brachten nicht viel Neues – erneut ein Marktbesuch (Autofahren in Marseille ist spaßig ^^), alleine melken, Mani-und Pediküre der Ziegen (der dabei entstehende Gestank kann nicht in Worte gefasst werden…“Verwesung“ dürfte hier aber wohl das richtige Stichwort sein) und eine zweifache Ziegenflucht durch ein Loch im Zaun des Parks…wo hat man die Ziegen wiedergefunden? Natürlich – auf einer Baustelle…
Ich freue mich indes schon wieder auf meinen freien Sonntag…ich bin gespannt, was sich Amelie und Tobi ausgedacht haben 🙂

Erste Tage in Marseille

Nach dem Seminar sind wir zunächst mit dem Auto zu der Einsatzstelle eines Mitreisenden gefahren und haben dort freundlicherweise übernachten dürfen. Danach ging es frisch gestärkt über Lyon weiter nach Nîmes. Dort trennten sich erst einmal unsere Wege – ich bin gen Süden Richtung Marseille gefahren, der Weg der anderen führte in die Cevennen und in die Pyrenäen. In Marseille wurde ich von Sophie (der Einsatzstellenleiterin) am Bahnhof abgeholt und mit zur „Ferme Pédagogique“ genommen, wo ich herzlich von der ehemaligen FöJlerin Lisa und dem Sohn von Sophie empfangen wurde. In den 5 Tagen, die ich bisher hier verbringen durfte, habe ich schon allerhand erlebt. So habe ich am Montag den kompletten Verkauf vom Ziegenkäse auf einem regelmäßig stattfindenden Biomarkt übernommen, am Mittwoch wieder alleine den Verkauf im hofeigenen Laden geleitet (was für mich spannender war als es sich vielleicht anhören mag, da ich zunächst Respekt vor der fremden Sprache hatte – im Endeffekt war es aber doch einfacher als erwartet) und gestern Nachmittag im Meer in einer kleinen Bucht in unmittelbarer Nähe von Marseille gebadet – herrlich 🙂 Mona – eine FöJlerin, die mit Lisa befreundet ist und eine Woche lang auf dem Hof mitarbeitet, hat uns hierbei ebenso wie Fernand (der Sohn von Sophie) begleitet.

1.Seminar

Aufgrund einiger Internetprobleme folgt leider erst jetzt der zweite Eintrag in meinem Reisetagebuch – désolé. Das Seminar liegt mittlerweile etwa 5 Tage zurück und ich bin in Marseille angekommen. Doch zunächst einige Infos zum Seminar:

Nach einer ziemlich anstrengenden Anreise (Akkordeon auf dem Rücken, Koffer in der  Hand, Sporttasche, Notebooktasche und Rucksack über den Schultern), die zudem ohne Schlaf auskommen musste, bin ich am 02. August in Neustadt an der Weinstraße in der Nähe von Karlsruhe eingetroffen. Die Herberge dort machte einen soliden Eindruck und beim Frühstück habe ich die ersten anderen Freiwilligen kennengelernt, die allesamt sehr offen, aufgeschlossen und engagiert wirkten. Nach obligatorischen „Kennenlernspielen“ kannte man noch einige zusätzliche Namen und am Abend wurden zusammen die Produkte der Farmen der ehemaligen „FÖJler“ verkostet (Programmpunkt „dégustation“). In den folgenden Tagen wurde viel Musik gemacht (obwohl es nur wenige und zudem nur kurze Pausen gab), auf einem Hof im Pfälzerwald gegrillt, im Elsass Unkraut von Apfelbäumen entfernt, ein Biomarkt und Weinberge besucht und während der gesamten Zeit recht viel gewandert, was mit Schuhen mit gefühlt 0,05cm dicker Sohle auf steinigem Untergrund teilweise nicht wirklich angenehm war 😉 Zusammenfassend kann man aber von einem gelungenen Seminar sprechen, bei welchem ich viele interessante und sehr nette Menschen kennengelernt habe.