Ziegen hüten in Marseille

mein FÖJ in Frankreich

Neues aus Marseille

Da ich schon mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass es schon eine Weile her ist, seitdem ich den letzten Blog-Eintrag verfasst habe und sich zudem in der letzten Zeit relativ viel ereignet hat, möchte ich im Folgenden über die vergangenen 10 Tage berichten.

Auf den bereits beschriebenen Ausflug zur Calanque folgte zunächst eine Woche kleinerer Missgeschicke. So vergaß ich, den Schlauch im Ziegenstall nach der Befüllung der Tränke abzuklemmen, was nach 2-3 Stunden eine nette kleine Überschwemmung im Ziegenstall verursachte. Die hämischen Kommentare von Seiten Lisas konnte ich aber glücklicherweise stets mit einem Konter versehen, da sie zuvor vergessen hatte, die Tür der Käserei zu schließen, weshalb sich gefühlte 200 Fliegen unerlaubt Zutritt verschaffen konnten. Auch Sophies faux pas ließ nicht lange auf sich warten: bei der Zubereitung einer Sauce Bolognese griff sie nach einem mit „Tomatenmark“ beschrifteten Gefäß und entleerte den Inhalt komplett über dem bereits angebratenen Fleisch – wunderte sich dann aber über die braune Farbe. Ein Geschmacks- und Geruchstest ergaben schließlich, dass es sich nicht etwa um etwas Tomatiges, sondern um Birnenkonfitüre handelte – dommage!

Der obligatorische Sonntagsausflug mit Amelie und Tobi führte uns am 1. Sonntag des beschriebenen Zeitraumes nach Cassis – einem kleinen Hafenstädtchen mit schönem Sandstrand. Allerdings fanden leider auch viele andere Touris den Ort besuchenswert…Fotos folgen indes, sobald ich sie wieder von Tobi klauen kann, da ich wieder einmal keine Kamera bei mir hatte.

Unter der Woche wurden ansonsten nur Brombeeren gesammelt, die schwangeren Ziegen bestaunt, der Hühner- und der Kaninchenstall ausgemistet und es wurde mit dem stinkenden Bock beim Wechsel des Wohnortes ein wenig gerungen – ich habe gewonnen 😉

Am 2. Sonntag ging es zum Plage du Prophète in Marseille: wieder einmal ein sehr schöner Tag am Strand mit Amelie und Tobi und zwei Italienisch sprechenden Mädels vom Europäischen Freiwilligendienst. Das Wasser war allerdings durch das Einsetzen des Mistrals am Vortag etwas kühl. An dieser Stelle soll aber auch der durchaus erwähnenswerte Weg zum Strand Ansprache finden. So bemerkte ich zum ersten Mal (außer zuvor durch die Fußfessel eines Kunden), dass sich die Farm in einem Problemviertel Marseilles befindet – am Bahnhof wurde ich mit den freundlichen Worten „gib mir 5 Euro“ angesprochen und ich wurde nach meinem Handy gefragt. Ich habe in der Folge versucht, mich nett mit dem Herrn zu unterhalten und ihm Argumente vorgetragen, weshalb er weder 5 Euro noch ein Handy von mir bekommen würde. Dies regte ihn anscheinend ein wenig auf, weshalb er mich bald fragte, ob ich wolle, dass er mich schlüge. Ich verneinte trocken. Das war wohl der Punkt, an dem er merkte, dass es von mir wirklich nichts geben würde, zumal ich mir während der gesamten Zeit nicht einmal die Mühe gemacht habe, aus dem Schneidersitz in eine stehende Position zu wechseln, weshalb ich kurze Zeit später ungehindert in den Zug zum Hauptbahnhof einsteigen konnte. Dort angekommen stolperte ich beinahe über einen einsamen Koffer, der kritisch von einer Bahnmitarbeiterin beäugt wurde. „Lustig – das ist bestimmt eine Bombe“…Das dachte sich wohl auch das Bahnpersonal: als ich in der Begleitung von Amelie und Tobi zum Bahnhof zurückkehrte, um die Metro in Richtung Strand zu nehmen, war der Bahnhof abgesperrt und man wurde per Lautsprecher zum Fernbleiben aufgefordert…Zufälle gibt es…

Ich bin gespannt, was mich in der nächsten Zeit noch alles erwartet! Bis demnächst (wirklich)! 😉

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7 Kommentare»

  Lisa Perl wrote @

Cher Julian, merci beacoup pour les belles lignes. J’ai ri larmes.

  Zezette… wrote @

Julian.. Du bist ein Horst..
Hättest ja auch mal schreiben konnen „schönist auch, dass Lisa wieder aus dem Urlaub gekommen ist“ aber nein. mit keinem wort..
spinner…

  Felix wrote @

Danke für das Update, mein Lieber!
Die Vorstellung von schwangeren Ziegen und Ziegenkäsekunden mit Fußfessel ist recht amüsant – dass du allerdings noch im Meer baden kannst, während hier die Temperatur 10°C unterschreitet, eher weniger 😛

PS: N’oublie pas la photographie!

  die dicke wrote @

Hey Julian 🙂

Mir fällt immer wieder auf:ich mag deinen Schreibstil sehr! 🙂 Schön, dass du hier bloggst!

Bis morgen mache ich mein Grundschulpraktikum bei Sakko (Schöne Grüße an Dich!) und bin mit Ilona Deutsch seit Montag beim „DU“ xD

Regnerische Grüße aus Neustadt, Wii

  das stück wrote @

pucci, mein hobby- käsemeister, ich hätte gerne einen sonnengereiften(!) kräuter- ziegenkäse in bester BRIDELIGHT manier! 😀

  Tobi wrote @

zum thema problemviertel: heute in „le monde“ gelesen, ungefähr 200m von dir wurde in einer Cité eine „drogenboutique“ im hausflur ausgehoben. die schweren waffen wurden bei der netten alten dame nebenan aufbewahrt – kein scherz 🙂

  Anja wrote @

Hey Jules,
klingt ja alles nach ner Menge Spaß^^Ich dachte ja, ich sammel Sändra mal in Paris auf und komm mit ihr zusammen zu dir runter, aber angesichts dieser nouvelles „magnifiques“ überdenke ich das wohl lieber nochmal, was? 😉
Dann halt uns mal weiterhin schön auf dem Laufenden, s’il te plait. xD


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